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TU Berlin

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Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg Nr. 10

Nr. 10
Lupe

2011, herausgegeben von J. H. Schroeder

unter Mitwirkung der Autoren
W. Bartmann, A. Bauriegel, E. Bönisch, K. Grunert (†), P. Haschke, G. Hotzan,
W. Köbbel, R. Kühner,  A. Kupetz, M. Kupetz, F. Mädler, M. Müller, T. Neumann,
M. Quitz, G. Schirrmeister, W. Schossig, J.H. Schroeder, B. Seibel, H. Sitschick,
W. Stackebrandt, G. Standke, D. Stein, J. Strahl, R. Striegler, U. Striegler, R. Thiel

ISBN 978-3-928651-15-8, 1. Aufl. 2011, IX + 267 S., 180 Farb- u. 3 SW Fotos,
97 Grafiken, 13 Tabellen, 2 Faltkarten.
Buchhandelspreis 15.- EURO

Cottbus und Landkreis Spree-Neiße

Verlagsinformationen

Das Exkursionsgebiet ist geprägt durch den Braunkohlentagebau. Die Braunkohle hat einereits als heimische Energieressource große wirtschaftliche Bedeutung, die mit der jüngst beschlossenen Abkehr von der Atomenergie ja noch wesentlich stieg, anderseits ihre eigene klimatische Problematik: Beide sind aber nicht Themen eines geologischen Exkursionsführers.

Aus geowissenschaftlicher Sicht sind die Tagebaue in mancher Beziehung schlicht ein Paradies! Wo sonst kann man Quartär und Tertiär, d.h. die letzten ca. 25 Millionen Jahre der Erdgeschichte, in ihrer Schichtenfolge im Laufe der Jahre scheibchenweise erfassen und dabei Ablagerungen sowie Strukturen lückenlos dreidimensional sehen und erforschen. Leider gilt dabei die zeitliche Begrenzung: Der Abbau muss unerbittlich fortschreiten und überfährt = vernichtet die Aufschlüsse. Entsprechendes gilt für Ur-, Früh- sowie spätere Siedlungsgeschichte: Flächendeckend werden Befunde erfasst und dokumentiert - doch bald schon sind diese herrlichen Ergebnisse nur noch in Publikationen, Archiven und Museen erhalten. Vieles ist also im Gelände nicht mehr zu sehen, und kein Exkursionsführer kann dorthin führen. Deshalb wird in mehreren Einführungskapiteln über tieferen Untergrund, Schichtenfolgen, Böden, Wasser und Bergbaugeschichte bis zu Geotopen der Rahmen abgesteckt, in den der Geo-Entdecker dieser Region seine Beobachtungen und Erkenntnisse an den Exkursionszielen einordnen kann.

Ein weiteres dominierendes Element ist die Prägung der Landschaft durch die Eiszeiten. Diese wirkten in die Tiefe durch Erosions-Rinnen, die z.T. tief hinein in die tertiären Ablagerungen geschnitten wurden und somit häufig die heutigen Braunkohlenfelder begrenzen. Aufwärts wurden mehrere Folgen der typischen eiszeitlichen Formen (Endmoränen/Eisrandlagen, Grundmoränen, Sander und Urstromtäler) mit dem jeweiligen Material vom Geschiebemergel bis zu Fluss- oder Seeablagerungen, vom Findlingsblock über Kiese und Sande zu Tonen aufgestapelt. Die Schichten sind wichtig für den Grundwasserhaushalt, das Material für Bauzwecke. Speziell die groben Blöcke, genannt Findlinge, die das Inlandeis aus dem skandinavischen und jetzigem Ostseeraum hierher brachte, wurden/werden vom Anfang der Besiedelung bis heute genutzt, vom Straßenpflaster bis hin zur Kirchenfassade.

Der Exkursionsteil des Führers beginnt in der Innenstadt von Cottbus mit ihren Naturwerksteinen, führt in den Spreeauenpark zu dem Tertiärwald und der Findlingsallee, die bereits zur Bundesgartenschau 1995 angelegt wurden. Weiter geht es zu den Tagebauen in unmittelbarer Nähe von Cottbus und dann zu dem Jungmoränengebiet um Guben im Nordosten. Es folgen Darstellung von Zielen im Baruther Urstromtal zwischen Cottbus und Forst, des Weiteren im Südosten des Kreises im Geopark Muskauer Faltenbogen, der sich ja nach Polen und Sachsen fortsetzt. Weiter geht es entlang der Eisrandlagen der Warthe-Eiszeit zwischen Forst und Spremberg, dann im Südwesten zum Tagebau Welzow-Süd und zu dessen nordöstlichen Umgebung. In jedem Bereich sind mehrere einzelne Ziele dargestellt: Man kann sich jeweils eines oder mehrere für einen Besuch auswählen.

Der Exkursionsführer gibt die jahrzehntelangen Erfahrungen zahlreicher Geowissenschaftler der Region wieder, insbesondere von Mitarbeitern der Vattenfall Europe Mining AG und des Landesamts für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, aber auch von Mitgliedern des Naturwissenschaftlichen Vereins der Niederlausitz e.V., des Fördervereins Kulturlandschaft Niederlausitz e.V. und dessen Arbeitskreis „Zeugen der Eiszeit in der Lausitz“. Dank der Hilfe einiger Vertreter benachbarter Disziplinen gelang der Blick über die Fachgrenzen hinaus. Die 26 Autoren möchten diese Region in ihrer geologischen Vielfalt mit einigen verwandten Aspekten vorstellen und so die Besucher zu eigenem Entdecken anregen!

Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkungen und Dank
J. H. Schroeder
VII
I
EINFÜHRUNG: VOM GEOLOGISCHEN RAHMEN ZU ANGEWANDTER GEOLOGIE UND NATURSCHUTZ


I-1
Der prätertiäre Untergrund von Cottbus, dem Landkreis Spree-Neiße und Umgebung
W. Stackebrandt
1
I-2
Das Tertiär - Ablagerungen, regionale Verbreitung, Schichtenfolge
G. Standke
12
I-3
Quartär




I-3.1
Quartäre Sedimentation: Ablagerungsprozesse,-bereiche und -bedingungen sowie Landschaftsformen
J. H. Schroeder
23
I-3.2
Regionale Verbreitung und Schichtenfolge des Quartärs
R. Kühner & J. Strahl
34
I-4
Böden in Cottbus und im Landkreis Spree-Neiße
A. Bauriegel
48
I-5
Hydrographie und Hydrogeologie
P. Haschke & G. Hotzan
58
I-6
Geschichte von Rohstoffgewinnung und Bergbau
W. Schossig
70

I-7
Bergbaufolgelandschafte
T. Neumann
79
I-8
Ur- und Frühgeschichte des Landkreises Spree-Neiße im Überblic
E. Bönisch
83
I-9
Verschwundene Orte
D. Stein
91
I- 0
Geotope in Cottbus und im Landkreis Spree-Neiße
H. Sitschick
92
II
EXKURSIONSZIELE


II-
Naturwerksteine in der Stadt Cottbus


II-1.1
Naturwerksteine: Entstehung u. Eigenschaften
J. H.Schroeder
97
II-1.2
Naturwerksteine: Gewinnung - Transport - Oberflächenbearbeitung
G. Schirrmeister & J. H. Schroeder
101
II-1.3
Naturwerksteine - eine Entdeckungsroute in die Innenstadt von Cottbus und zu weiteren Vorkommen
W. Köbbel
105
II-2
Cottbus Spreeauenpark


II-2.1
Niederlausitzer Tertiärwald
U. Striegler & R. Striegler
125
II-2.2
Findlingsallee
K. Grunert (†) & R. Striegler
132
II-3
Braunkohlen-Tagebaue bei Cottbus


II-3.1
Tagebau Cottbus-Nord
R. Kühner & R. Thiel
138
II-3.2
Tagebau Jänschwalde
R. Kühner & J. Strahl
150
II-4
Jungmoränengebiet im Nordosten


II-4.1
Übersicht und Orientierung
F. Mädler
164
II-4.2
Göhlensee
F. Mädler
165
II-4.3
Groß Drewitz - Eem-Interglazial
F. Mädler
167
II-4.4
Krayne - Schichtquelle
F. Mädler
169
II-4.5
Atterwasch - Findling Filipstad Granit
F. Mädler
170
II-4.T
Touristisches auf dem Weg: Guben
F. Mädler
171
II-4.6
Pastling - eine Toteisstruktur
M. Kupetz
172
II-4.7
Schlagsdorf - Holstein-Interglazial
F. Mädler
174
II-4.8
Klein Gastrose - Steinkreuz
E. Bönisch
175
II-4.9
Taubendorf - Eichberge: Endmoräne
F. Mädler
176
II-4.10
Grießen - Feldsteinkirch
F. Mädler
176
II-5
Baruther Urstromtal im Osten
-5.1
Teichland - Geologische Uhr
W. Köbbel
177
II-5.2
Klinge - Eem-Vorkommen und Freilichtmuseum "Zeitsprung"
R. Striegler & U. Striegler
180
II-5.3
Forst - Mammut im Kreishaus
M. Kupetz
187
II-5.T
Touristisches auf dem Weg: Forst
F. Mädler
189
II-5.4
Horno - Germanisches Hügelgräberfeld
E. Bönisch
190
II-5.5
Horno - Verschwundene Orte
II-5.5.1
Archiv verschwundener Orte
D. Stein
191
II-5.5.2
Kirchliches Informations- und Begegnungszentrum
M. Quitz
194
II-5.6
Groß Jamno/Smarso - Tranitzfluviatil
F. Mädler
196
II-5.7
Keune - Binnendüne "Keunesche Alpen"
F. Mädler
198
II-6
Geopark Muskauer Faltenbogen im Südosten


II-6.1
Übersicht / Geopark
A.Kupetz & M. Kupetz
200
II-6.2
Entwicklung des Muskauer Faltenbogens
A.Kupetz & M. Kupetz
202
II-6.3
Weichselzeitlicher und holozäner Neißedurchbruch
A.Kupetz & M. Kupetz
207
II-6.4
Geologie Tour
A.Kupetz & M. Kupetz
210
II-7
Entlang der Warthe-Eisrandlagen
 


II-7.1
Übersicht und Orientierung
F. Mädler
213
II-7.2
Findlinge im Muskauer Faltenbogen
 


II-7.2.1
Einführung: Geschiebeverteilung
F. Mädler
214
II-7.2.2
Groß Bademeusel - Findling Stockholm Granit
F. Mädler
215
II-7.2.3
Raden - Blockpackung
F. Mädler
215
II-7.2.4
Preschen - Kirche
F. Mädler
216
II-7.2.5
Reuthen - Findling Finkenstein
F. Mädler
217
II-7.2.6
Zur Verwendung von Findlingen
F. Mädler
218
II-7.3
Bloischdorf - Endmoräne "Bloischdorfer Alpen"
F. Mädler
218
II-7.4
Graustein - Findling Hedesunda Granit
F. Mädler
219
II-7.5
Spremberg - Lapidarium im Heidemuseum
E. Bönisch
220
II-7.6
Spremberg - Kopiebau der Kirche von Pritzen
E. Bönisch
221
II-8
Tagebau Welzow-Süd


II-8.V
Visitenkarte
222
II-8.1
Geologie im Tagebau Welzow-Süd


II-8.1.1
Tagebau Welzow-Süd: Tertiär Schichtenfolge
G. Standke
223
II-8.1.2
Tagebau Welzow-Süd: Geologische Exkursion
B. Seibel
225
II-8.2
Route Bergbaufolgelandschaft Welzow-Süd
T. Neumann
233
II-9
Ziele im Umfeld des Tagebaus Welzow Süd


II-9.1
Buckwitzberg - Steinitz - Geisendorf


II-9.1.1
Buckwitzberg
H. Sitschick
238
II-9.1.2
Aussichtspunkt an der Nordseite des Tagebaus Welzow-Süd
H. Sitschick
242
II-9.1.3
Ortslage Steinitz und Umgebung
H. Sitschick
242
II-9.1.4
Gut Geisendorf
H. Sitschick
246
II-9.2
Berlinchen - Wüstung
E. Bönisch
247
II-9.3
Welzow - Freilandausstellung Befunde Klein Görigk
E. Bönisch
247
III
QUELLEN


III-1
Literatur
Alle Autoren
248
III-2
Karten
W. Bartmann
255
IV
FACHWÖRTER
M. Müller
263


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