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Zwei Rundgänge zu Fassadensteinen in der Bonner Innenstadt

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Zwei Rundgänge zu Fassadensteinen in der Bonner Innenstadt

& , Mineralogisches Museum und Mineralogisch-Petrologisches Institut, Poppelsdorfer Schloß 53115 Bonn.

Die Bonner Innenstadt bietet auf einer vergleichsweise kleinen Fläche (ca. 0,5 km2) eine relativ große Vielfalt an Gesteinen, die für den Bau von Häusern oder Fassaden eingesetzt wurden. Von besonderem Vorteil ist dabei, dass der Kern der Bonner Innenstadt Fußgängerzone ist und somit optimale Voraussetzungen für eine intensive und gefahrenfreie Betrachtung bietet. Aus diesem Grunde und dem Beispiel anderer Städte folgend haben wir im Sommer 2005 damit begonnen, Informationen, vor allem geologischer Natur, zu Fassadengesteinen in der Bonner Innenstadt zusammen zu stellen, um sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unser Anliegen ist es, ein in Teilen der Bevölkerung grundsätzlich vorhandenes Interesse an der Herkunft und Zusammensetzung von natürlichen Bausteinen zu bedienen. Zusätzlich soll neues Interesse an dem Einsatz von Natursteinen für den Städtebau geweckt werden, wozu die Geowissenschaften mit Informationen zu Entstehung, Eigenschaften und Eignung dieser Gesteine einen großen Beitrag leisten können.

Auslöser für diese Idee war eine Ausstellung im Mineralogischen Museum der Universität Bonn mit dem Titel Mineral-in-Form (19.10.2005 bis 29.01.2006), bei der es um Natursteine als Material für Bildhauer-Arbeiten geht. In dieser Ausstellung wurde unter anderem die Frage behandelt, warum manche Gesteine für bestimmte Motive/Skulpturen besser geeignet bzw. attraktiver sind als andere, und was die mineralogische Ursache hierfür ist. Als zusätzlichen Beitrag für diese Ausstellung haben wir eine Bestandsaufnahme von Gesteinen in der Bonner Innenstadt gemacht, die sowohl mineralogisch interessant genug sind als auch auf einer ausreichend großen Fläche verbaut wurden, so dass sie einem interessierten Publikum für eine nähere Betrachtung vorgestellt werden können. Der Schwerpunkt unserer Auswahl liegt auf magmatischen und metamorphen Gesteinen, was zum einen die wissenschaftliche Ausrichtung der beiden Autoren widerspiegelt, aber auch die relativ geringe Anzahl von sehenswerten Sedimentgesteinen als Bausteine in der Bonner Innenstadt.

Aus dem Spektrum an geeignet erscheinenden Fassaden- und Bausteinen haben wir schließlich zwei Rundwege von jeweils 1 - 1,5 km Länge und ca. 10 - 15 verschiedenen Gesteinen zusammengestellt. Für die Ausstellung wurde jedes dieser Gesteine mit einem Foto sowie einer kurzen Beschreibung, die die wichtigsten mineralogischen Eigenschaften enthält, versehen. Weiterhin wurden der geowissenschaftliche Name und der Handelsname des Gesteins genannt sowie, falls möglich, der Herkunftsort des verbauten Gesteins. Zur Anregung für Interessierte wurde ein Faltblatt erstellt, auf dem ausgewählte Fassaden und Gesteine sowie einer der beiden Rundwege vorgestellt wurden.

Die Ausstellung wird ab dem 1. Juni 2006 im Bonner Stadthaus in größerem Umfang zu sehen sein. Neben den beiden Rundwegen werden dort zusätzliche Highlights von Fassaden (aus geowissenschaftlicher Sicht) präsentiert. Darüber hinaus bereiten wir zurzeit einen Führer vor, in dem ausgewählte Fassaden-Gesteine der Bonner Innenstadt ausführlicher als in der Ausstellung vorgestellt und beschrieben werden. Dieser Führer soll möglichst begleitend zur Ausstellung im Juni erscheinen, unabhängig davon aber auch für Interessierte zum Selbststudium geeignet sein. Zusätzlich zu Mineralogie, Herkunft, Alter und Genese sollen zahlreiche Fassaden- und Dünnschlifffotos einen informativen und anschaulichen Eindruck vom makroskopischen Erscheinungsbild und dem zugehörigen mikroskopischen Aufbau der vorgestellten Gesteine vermitteln.

Parallel hierzu ist beabsichtigt, ab dem Sommer 2006 Führungen zu Fassadengesteinen der Bonner Innenstadt anzubieten, die beim Mineralogischen Museum gebucht werden können.

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