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TU Berlin

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Ausstellung: Saxa Kempniziana - Zeisigwalder Pophyrtuff

Reinhard P. Kilies
Zum Kapellenberg 15 - 09212 Limbach-Oberfrohna - Tel. 03722 - 403 884
E-mail:

Von Beruf Maler/Grafiker und Italienisch-Dolmetscher bekam ich als Häuslebauer zufällig alte Gewändeteile aus Abriss. Vom Steinmetz ließ ich einen unauffälligen Stein aufschneiden und war überrascht von der in seinem Inneren verborgenen Schönheit. Von diesem Moment an war es um mich geschehen, der Zeisigwalder Porphyrtuff, im Volksmund als Hilbersdorfer Porphyr bekannt, hatte von mir Besitz ergriffen.

Geologisch unbedarft, obwohl ich schon vor 50 Jahren als 12- jähriger im Limbacher Steinbruch Turmaline, Rauchquarze und Anderes fand, legte ich mir eine Säge zu und begann weitere Steine aufzuschneiden und begriff Stein für Stein, warum ihn Georgius Agricola schon 1546 “Saxa Kempniziana” taufte und ihn als “vornehmsten Stein im Lande Meißen” bezeichnete

Fast 1000 Jahre prägte dieser Porphyrtuff, der auch das Einbettungsgestein des Versteinerten Waldes von Chemnitz ist, das Bauen im Chemnitzer Land. Vom Bauern- zum Bürgerhaus, vom Schloss bis zur Kirche wurden fast alle Gebäude aus diesem Material errichtet. Bekannt u.a. die Wolfgangskirche in Schneeberg und die Tulpenkanzel im Freiberger Dom. Vom Beton verdrängt wurden die Steinbrüche geschlossen.

Das Traurige: was Krieg und Neubau vor der Wende stehen ließen wird seit Jahren in einer zunehmenden Abrisswut ausgedünnt. Im Untergrund des historischen Chemnitzer Stadtkerns ist wohl kein alter Stein mehr zu finden.

So kam es, dass in Chemnitz und Umland kein Abriss vor mir sicher war. Ein Berg von ca. 200 m3 historischen Steinen türmte sich bei mir auf, ich begann ihn einerseits gestalterisch zu nutzen und andrerseits seine Vielfalt zu ergründen und zu dokumentieren.

Durch Zufall erweiterte sich meine Arbeit um beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche ausgemusterte Steine. So wurde der Psalm: “Der von den Bauleuten verworfene Stein wird zum Eckstein” Motto meiner Ausstellungen von Bildwerken aus Chemnitzer Stein und Steinen der Frauenkirche Dresden in Dresden, Chemnitz und Nürnberg.
Heute finden sich in meinem kleinen “Archiv Chemnitzer Stein” über 700 Farb - und Zeichnungsmuster des Zeisigwalder Porphyrtuffs, dazu unzählige Platten mit unterschiedlichsten Lapillis und anderen Einschlüssen. Übrigens auch unter den Frauenkirchensteinen fand ich ca. 100 Varietäten, kein Wunder bei einst wohl 1000 Steinbrüchen längs der Elbe.

Als ich 2003 auf der Stone Tec Nürnberg meine Arbeit präsentierte bekam Besuch aus aller Welt. Ein Münchener fragte: Ist das Kunststein? Auch aus Berlin kamen ein Herr und eine Dame; er musste sich setzen, strahlend vor Freude angesichts der Farbprächtigkeit meiner Steine. Sie kennen ihn alle: Herr Prof. Schroeder.

Das gleiche Strahlen fand ich auch in den Gesichtern der Schüler von Grundschulklassen bei Besuchen in meinem Archiv und ich bin mir sicher, dass die kleine Auswahl, die ich Ihnen hier in Dresden präsentieren darf, auch Sie erfreuen wird.

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