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TU Berlin

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Exkursion II: Naturwerksteine in der Dresdner Altstadt - Nach 1945 neu entstandene Bauten im Zentrum von Dresden

Heiner Siedel* & Ferdinand Heinz**
* Technische Universität Dresden, Institut für Geotechnik, Professur für Angewandte Geologie, 01062 Dresden
E-mail:
** Fa. Paros, Am Grünen Grund 4, 01109 Dresden; E-mail:

Die Zerstörungen am 13./14. Februar 1945 haben der Stadt Dresden in ihrem Zentrum ein riesiges Trümmerfeld hinterlassen. Bei den Überlegungen zum Auf- und Wiederaufbau prallten gegenläufige Auffassungen zum neuen Stadtbild unversöhnlich zusammen. Das dabei vertretene Meinungsspektrum reichte von authentischem Wiederaufbau bis zu einer kompletten Neubebauung unter bewusster Inkaufnahme des Verlustes von noch erhaltungsfähigen Ruinen. In dieser Diskussion wirkten sich die unmittelbaren Kriegserlebnisse viele Menschen und die politischen Maßgaben der Nachkriegssituation sowie Auffassungen der sowjetischen Besatzungsmacht aus. Geradezu zwangsläufig ergaben sich daraus unüberbrückbare Konflikte kultureller und ideologischer Natur, die sich sehr lange fortsetzten.

Für den Altmarkt und die angrenzenden Quartiere setzte sich ein Stadtbildentwurf durch, der von den politisch-gesellschaftlichen Nachkriegsbedingungen bestimmt war. Es wurde dabei bewusst mit den Grundrissen und der kleinteiligen Quartierstruktur der bürgerlich gewachsenen Innenstadt gebrochen. Diese monumentale Bebauungsstruktur, die mit der Ernst-Thälmann-Strasse/Wilsdruffer Strasse eine imperiale „Aufmarschmagistrale“ erhielt, war unter den Dresdnern stets umstritten. Bemerkenswert erscheint dabei aus heutiger Sicht, dass die unzähligen Baudetails und eingesetzten Baumaterialien durchaus von traditionellen Kenntnissen und Konzepten getragen sind. Diese Substruktur der Monumentalsubstanz erscheint manchem Betrachter wie das Durchdringen der Nachkriegsarchitektur mit Spuren bürgerlichen Lebens und Arbeitens. Wir sehen bei unserem Stadtrundgang viele künstlerische Details an den Bauten um den Altmarkt und seiner nahen Umgebung in Form von Figurengruppen, Reliefs und ornamentalen Details. Auch die Feingliederung mancher Fassadenbereiche lässt die hohe planerische Kompetenz und bewundernswerte künstlerische sowie handwerkliche Arbeit in einem bemerkenswerten Licht erscheinen. Dabei sollten wir bedenken, dass in einer von Not und kargem Verdienst gekennzeichneten Nachkriegszeit und in Anbetracht des von der Kriegszerstörung arg betroffenen Kulturlebens auf der „Grossbaustelle Innenstadt“ viele Architekten, Ingenieure, Künstler und Handwerker langjährig Arbeit fanden und ihr Können herausgefordert wurde. Eine besondere Würdigung verdient der auffällig sachgerechte Materialeinsatz an vielen Fassaden und in den Sockelbereichen. Das hier skizzierte Ergebnis dieser möglicherweise widersprüchlich anmutenden Periode in unserer Stadt werden wir auf unserer Exkursion entdecken.

Auf der Exkursion in der Dresdner Altstadt begegnen uns Natursteinanwendungen, die in der Architektur der Nachkriegsbebauung prägenden Einfluss haben und die regionale Geologie repräsentieren. Stationen werden sein:

1. Kulturpalast, Altmarkt Nordseite (Verweilpunkt) 2. Altmarkt Ostseite, Haus Altmarkt (Verweilpunkt) 3. Wilsdruffer Strasse (Vorbeigehpunkte) 4. Wilsdruffer Strasse / Abzweig Gewandhausstrasse (Vorbeigehpunkt) 5. Pirnaischer Platz (Verweilpunkt) 6. Gewandhausstrasse (Vorbeigehpunkt) 7. Weisse Gasse (Verweilpunkt) 8. Altmarkt Südseite (Verweilpunkt) 9. Altmarkt / Külz-Ring (Vorbeigehpunkt) 10. Haus des Buches (Vorbeigehpunkt) 11. Prager Strasse Nordseite (Vorbeigehpunkt) 12. Rundkino (Verweilpunkt) 13. Prager Strasse, Hotels (Vorbeigehpunkt) 14. Prager Strasse, Hotel Newa (Verweilpunkt)

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