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Steine in der StadtProjekt

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Naturwerksteine in Städten Deutschlands: Bestandsaufnahme und Öffentlichkeitsarbeit

Initiativgruppe: Prof. Johannes H. Schroeder (TU Berlin), Dr. Gerda Schirrmeister (Geowissenschaftler in Berlin u. Brandenburg e.V.), Dr. Angela Ehling (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)

Grundgedanken

In den vergangenen zehn Jahren ist Geowissenschaftlern verstärkt die Präsenz der Naturwerksteine im Stadtbild bewusst geworden: In mehr Orten, als man ohne Weiteres wahrnimmt, sind Bestandsaufnahmen gemacht worden; in mehreren Orten wie z.B. Hannover, Münster, Leipzig und Berlin werden thematische Führungen angeboten; in einigen Orten wie z.B. Bremen und Berlin, jüngst auch in Bonn, Lübeck und Hannover sind Führer zu den Naturwerksteinen erschienen, einige geowissenschaftliche Sammlungen haben das Thema aufgegriffen und dargestellt z.B. im Mineralogischen Museum von Münster und in der BGR Außenstelle in Berlin; auch temporäre Ausstellungen hat es gegeben z.B. in der Urania Berlin. An manchen Stellen ist mit Steinen als solchen in ihren Variationen bewusst künstlerisch gestaltet worden, z.B. in der Stadthalle Limbach-Oberfrohna mit dem Chemnitzer Porphyr. (Jeder von Ihnen hätte sicher jeweils eine Reihe von Beispielen beizutragen, möglicherweise auch eindrucksvollere.) Das alles ist nichts prinzipiell Neues: Man erinnere sich an Burre, der schon 1926 die Steine in der Berliner Architektur darstellte, oder an die Weimarer Schule von Seidel oder die Arbeiten von Geldhauser/Grimm/Hugues (1962 - 1992) in München, die Arbeiten von Priese in Leipzig, von Beeger in Dresden, die von Fürst in und um Bamberg und viele andere in verschiedenen Städten. Natürlich gab und gibt es solche Aktivitäten auch jenseits unserer Grenzen, ob nun in Wien, in St. Petersburg, in Fribourg (Schweiz), in London, Washington D.C. oder Albuquerque NM, U.S.A. - um nur ganz wenige Beispiele zu nennen. In der Vergangenheit waren häufig geowissenschaftliche Tagungen/Kongresse Auslöser für derartige Zusammenstellungen. Ein weiteres motivierendes Element war und ist die Denkmalpflege, in deren Verlauf entsprechende Spezialinformationen gefragt sind; dabei beschränkt sich die Fragestellung jedoch meist auf das eine oder andere bestimmte Gebäude.

Mittlerweile - örtlich auch durch das Jahr der Geowissenschaften 2002 verstärkt - ist dieses Thema als Element geowissenschaftlicher Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit entdeckt und aktiviert worden. Die Erfahrung in Berlin zeigt: Nicht nur Geowissenschaftler, Architekten und Steinmetze interessieren sich dafür, sondern eine breite Öffentlichkeit. Das mag hier belegt werden am Berliner Beispiel, bestritten im Wesentlichen von G. Schirrmeister: Zu den in 14 Jahren von ihr gestalteten 340 Führungen kamen über 5000 Teilnehmer, Tendenz deutlich steigend; zeitweise waren die Führungen in das offizielle touristische Programm der Stadt eingebunden. Ähnlich werden z.B. in Tübingen oder Herford Naturstein-Führungen vom Fremdenverkehrsverein angeboten. Auch sonst hört man von lebhaftem Interesse. Nicht zu unterschätzende Nebenprodukte dieser Arbeit sind die fachlichen Querverbindungen von Geowissenschaftlern zu Architekten, Steinmetzen, Restauratoren, Baugeschichtlern und Denkmalpflegern, bisweilen auch Künstlern: Sie alle schauen den gleichen Stein ja mit anderen Augen und anderen Absichten bzw. Erfordernissen an. Für sie alle bieten die Bestandsaufnahme und die ableitbare Information über die Eigenschaften des Gesteins wichtige Voraussetzungen für ihr Tun.

Aufgabenstellung

Es besteht Bedarf für Information über vergleichbare Bestandsaufnahmen bzw. Führer: Jemand der einmal in einer Stadt begeistert wurde, schaut sich auch anderswo um und möchte es wissen: Wo wurde welcher Stein genutzt? Wo kommt er her? Wie alt ist er? etc. Insofern ist es plausibel, ein Netzwerk zu entwickeln, durch das Information vermittelt wird.

Eine weitere Begründung liegt jedoch auch in der mühevollen Gewinnung und Gestaltung der Information: Erfahrungsgemäß wird diese Information häufig von passionierten Einzelkämpfern gesammelt, oft genug ohne oder mit relativ geringer institutioneller Unterstützung. Bei der Gestaltung steht der mit Kenntnis beladene Geo-Mensch oft ziemlich alleine da, und deshalb bleiben viele dieser Informationen in irgendwelchen Schubladen liegen oder werden unter günstigen Umständen irgendwann in Form von Skripten oder Diplomarbeiten zusammengefasst; allzu selten werden sie allgemein zugänglich und bleiben somit erhalten.

Ziele des Netzwerks:

Schritte zum Netzwerk

1. Am Anfang stand die Erhebung des Interesses an so einem Netzwerk. Die Erhebung ist durch Rundschreiben, Veröffentlichungen und Berichte sowie Tagungsvorträge erfolgt. Bisher haben sich über 90 Interessierte gemeldet, Tendenz steigend. Die Liste ist unter Teilnehmer Liste auf dieser WEB-Site zu finden. 

2. Arbeitstagungen: Die Arbeitstagungen dienen netzwerk-intern der wechselseitigen Information, Anregung und Unterstützung. Dabei hat sich im Laufe der ersten vier Tagungen ein Muster herausgebildet: Der Schwerpunkt liegt auf Gesteinen in Geschichte und Architektur der gastgebenden Stadt. In mehreren Vorträgen wird über den Natuwerksteinbestand informiert,  mehrere Exkursionen bieten die Anschauung  in der Stadt selbst inklusive Friedhöfen, ggf. auch in Sammlungen. Hinzu kommen Vorträge über Bestand und Aktivitäten in anderen Städten und über methodische Ansätze. In Podiumsdiskussionen werden die Aktivitäten des Netzwerkes angesprochen.

  1. Arbeitstagung: 07.- 09. 04.2006, Technische Universität Berlin,
    Leitung: Schroeder, Schirmeister & Ehling; 44 Teilnehmer
  2. Arbeitstagung: 29.03 - 01.04. 2007, Technische Universität München,
    Leitung: Grimm & Lehrberger unterstützt von Snethlage; 39 Teilnehmer
  3. Arbeitstagung: 03. - 06.04.2008, Fachhochschule Köln,
    Leitung: Leisen,  v. Plehwe-Leisen &  Kleinschrodt; 36 Teilnehmer
  4. Arbeitstagung: 02. - 05.04.2009, Senckenberg Naturhistorische
    Sammlungen und Technische Universität Dresden,

    Leitung: Lange, Heinz & Siedel; 50 Teilnehmer
  5. Arbeitstagung: 25. - 28.03.2010, LWL-Museum für Naturkunde Münster mit Unterstützung vom Westfälischen Naturwissenschaftlichen Verein;
    Leitung: Hendricks, Eichler, Kaplan & Tenbergen; 40 Teilnehmer
  6. Arbeitstagung: 31.03. - 03.04.2011, Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland Pfalz, Insitut für Steinkonservierung, Landessammlung für Naturkunde - Naturhistorisches Museum
    Leitung: Häfner, Lutz & Steindlberger; 40 Teilnehmer
  7. Arbeitstagung: 29.03.- 01.04.2012, Instiut für Geowissenschaften und Geographie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  Leitung: Meinhardt & Degen; 44 Teilnehmer
  8. Arbeitstagung: 21. - 24. 03.2013, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover; Leitung: Richter

Mehr Informationen: Unter "Arbeitstagungen" auf dieser Web-Site.

3. Die Bibliografie existierender Führer - gleich ob Buch, Diplomarbeit, "graue" Literatur, Datensammlung, Faltblatt oder in anderer Form - ist sicherlich für alle Beteiligen hilfreich. Im Vordergrund steht Information für Deutschland nach Bundesländern und Städten geordnet; zum Vergleich sollen auch ausländische Führer bibliografisch nach Kontinenten und Ländern geordnet erfasst werden. Sinnvoll ist so etwas nur, wenn die Zitate wirklich vollständig sind (mit Jahresangabe, Seitenzahlen, ggf. Verlag, Produzent, "Ersteller" ggf. auch Bezugsmöglichkeit etc. Ein Anfang ist gemacht und auf dieser WEB-Site unter "Bibliografie" zu finden. Beiträge können jederzeit geliefert werden (Adresse s. u.; Information dazu siehe "Bibliografie" Vorbemerkung); sie werden möglichst zeitnah eingearbeitet. Die Bibliografie ist frei zugänglich und steht jedermann zur Verfügung.           

4. Führer zu Natursteinen in deutschen Städten:
Bereits auf der ersten Tagung wurde die Erarbeitung eiens solchen Führers diskutiert. Zahlreiche Kollegen erklärten ihre Bereitschft zum Beitrag einer Naturwerkstein-Exkursion in ihrer Stadt. Es wurde wiederholt die Forderung nach Einheitlichkeit in Format und Art der Darstellung betont. und eine entsprechend ebenso intensive wie kritische Herausgeber-Arbeit gefordert. Mit der Herausgabe wurde J. H. Schroeder betraut. 

Ende Oktober 2009 ist der Führer "Steine in deutschen Städten" im Selbstverlag der "Geowissenschaftler von Berlin und Brandenburg" endlich erschienen. Mit seinen 31 Autoren, mit 288 Seiten und 405 Farbaufnahmen, 18 Routenkarten und 41 Grafiken und 27 Tabellen bietetet er kompakt vielfältige Informationen.  Mit  einem Preis von € 15,00 ist ein attraktives Preis/Lleistungs-Verhältnis erreicht worden.

Mehr Informationen auf dieser Web-Site unter  "Führer...." und in der Bibliografie.)

Die Fortsetzung dieser Arbeit in einem zweiten Band ist Anfang 2012 in Angriff genommen; die Orte, aus denen Beiträge angekündigt wurden, sind wieder über die ganze Bundesrepublik verteilt.

5. Im Netzwerk ist der Vorschlag für einen "Tag der Steine in der Stadt" entwickelt worden. Im Gegensatz zu den internen Arbeistagungen kommt es hier auf die Ausstrahlugn nach aussen, auf Öffentlichkeitsarbeit an. An diesem Tag soll Laien Gelegenheit gegeben werdeh, sich über Naturwerksteine zu informieren und sie unter fachlicher Anleitung zu erleben. Am Samstag, den 18.10.2008, und den Tagen drum herum wurden zahlreichen Geowissenschaftlern, Steinmetzen, Stadtführern und Künstlern an über 30 Orten und in über 70 Führungen, Vorträgen, Werkstattbesichtigungen und Ausstelungen angeboten. Der zweite "Tag der Steine in der Stadt" folgte am 17.10.2009; in über  30 Orten fanden ca. 55 Veranstaltungen statt. 2010 wurde dieser ist dieser Tag am 23.10.2010 wiederum in etwa 30 Orten gestaltet. Am 15. 102011 beteiligten sich 18 Orte. 2012 ist der 13.10. vorgesehen und wird bereits an einer Reihe von Orten geplant.              

Mehr Informationen: Siehe "Tag der Steine in der Stadt" auf dieser Web-Site

6.
In der Diskussion um weitere künftige Aktivitäten des Netzwerkes wurden speziellere thematische oder regionale Arbeitstreffen (im Sinne von "workshops") oder auch gemeinsame Exkursionen durchaus für sinvoll gehalten. Hier sollten Ideen und Einladungen von den Netzwerk-Teilnehmern kommen, die dann weitergeleitet und - wo gewünscht oder notwendig - terminlich koordiniert werden.

Abgrenzung von anderen Bereichen

Wie für jedermann offensichtlich, ist der Naturwerkstein ein Objekt multi-disziplinären Interesses: Es gibt ja in diesem Bereich eine ganze Reihe von Arbeitsgruppen von der Lagerstättenkunde mit Vorratsberechnung bis hin zu Restaurierung. Um effektiv zu sein, muss man die Arbeit thematisch klar umgrenzen und Schwerpunkte setzen. Der hier zu Beginn der Arbeit vorgeschlagene Schwerpunkt "Bestandsaufnahme und Öffentlichkeitsarbeit" hat enge und spannende Beziehung zu Stadt- und Baugeschichte, zur Denkmalpflege, zur Restaurierung, zur Lagerstättenforschung mit regionaler Geologie, zum Natursteinhandel und zur Material- und Qualitätsprüfung; der vorgeschlagene Schwerpunkt erscheint aber als solcher klar definiert. Man wird Informationen von den genannten Bereichen für eine Bestandsaufnahme heranziehen müssen/wollen - der Zweck ist aber zunächst die möglichst breite Darstellung der jetzt sichtbaren Gesteinsverwendung einer Stadt in Raum und zeitlicher Entwicklung.

Regional wird vorgeschlagen, die Arbeit zunächst auf Deutschland zu begrenzen, schlicht und einfach, weil es dort genug zu tun gibt. Selbstverständlich gibt es wunderbare Beispiele/Ziele jenseits von Deutschlands Grenzen, die man auch so - vielleicht auf Exkursionen - erschließen wollen wird.
Organisatorisch soll hier keine Gesellschaft oder dergleichen, sondern etwas möglichst Unkompliziertes und Informelles entstehen, irgendwo zwischen Arbeitskreis und Adressenliste mit Raum für vielfältige spezifische Initiativen und Aktivitäten (Die Form dieses lockeren Verbund wurde auf den Arbeitstagungen ausdrücklich begrüßt - wer braucht schon mehr Vereine, Gesellschaften etc.??)

… und nun?

Nach wie vor sind Aktive/Erfahrungsträger/vital Interessierte als Netzwerk-Teilnehmer willkommen! Man benutze das entsprechende Formular!

Beiträge zur Bibliografie sind stets willkommen! Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass dabei nach unmittelbarem thematischem Bezug ausgewählt wird.

Wenn Sie an dem Vorhaben eines Exkursionsführers mittun würden/möchten, vielleicht auch in Zusammenarbeit mit Kollegen in Ihrer Stadt, teilen Sie Ihre Bereitschaft mit (J. H. Schoeder, Adresse s.u.). Nachdem der erste Band herausgekommen ist, Anklang findet und bereits in korrigierter Form nachgedruckt wurde,  ist der zweite Band in Arbeit. Die Liste der Orte/Autoren ist Ende April 2012 noch nicht geschlossen, man kann also einen Beitrag vorschlagen.

Wenn nicht längst erfolgt - machen Sie mal eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der Steine in Ihrer Stadt und der Befunde darüber bzw. ergänzen beide. Beteiligen sich an dem "Tag der Steine in der Stadt" (s. "Tag der Steine")

Vorschläge und Anregungen
für den Umgang mit dem Thema und für das Netzwerk sind immer willkommen!

Kontakt

per E-mail an:
Postadresse: Prof. Johannes H. Schroeder,
Technische Universität Berlin, Sekr. Ack 9
Ackerstraße 76, 13355 Berlin
Tel. (030) 314 24424, Fax (030) 314 79471
Web: www.tu-berlin.de/steine-in-der-stadt

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