direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Die begehbare Geologische Karte von Rheinland-Pfalz in Trier

Friedrich Häfner [1], Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz, Postfach 100 255, 55133 Mainz.

Die Idee zur Gestaltung einer Begehbaren Geologische Karte des Landes Rheinland-Pfalz wurde vom Autor vor mehreren Jahren entwickelt. Die Realisierung ist eingebettet in die von der Behörde des Autors verfolgte Absicht, geologisches Basiswissen in geeigneter Weise für eine breitere Öffentlichkeit verständlicher, ja im wörtlichen Sinne begreifbarer, fassbarer zu machen. Die begehbare geologische Karte ist eine von zahlreichen weiteren Aktivitäten, die in den letzten 5 Jahren auf dem Sektor Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt wurden. Zu nennen sind u.a. die Herstellung von bisher 4 Staffeln mit jeweils ca. 12 Kurzfilmen über geotouristische Themen in Zusammenarbeit mit dem 3. TV-Programm des SWR, die Herausgabe einer verständlich geschriebenen Geologie von Rheinland-Pfalz unter dem Titel „Steinland-Pfalz“, die Beteiligung an Verbrauchermessen mit Ständen, die Veranstaltung von 2 Kunstausstellungen mit renommierten Bildhauern.

Die begehbare geologische Karte von Rheinland-Pfalz ist gestaltet aus den original in Rheinpfalz vorkommenden Gesteinen der jeweiligen geologischen bzw. stratigraphischen Einheiten. Die geologischen Einheiten werden stark vereinfacht, aber maßstabs­gerecht dargestellt. Die Flussläufe von Rhein und Mosel sind als begehbare und befahrbare (Kinderwagen, Rollstuhl) Wege hergestellt. Die größeren Landschafts­räume wie z.B. Oberrheingraben und Rheinisches Schiefergebirge sind durch Höhenstufen kenntlich gemacht. Die Abmessungen betragen ca. 37 x 27 Meter; das entspricht ungefähr einem Maßstab von 1: 6.000.

Standort ist eine Fläche neben dem „Turm Luxemburg “ auf dem Gelände der früheren Landesgartenschau Trier (2004). Diese Position eröffnet die Möglichkeit, das Objekt von der Höhe des Turmes zu überblicken und so die räumlichen Zusammen­hänge besser zu erfassen. Der Standort liegt in einem parkähnlichen Gelände zwischen dem Gelände der Universität Trier und dem so genannten Wissenschaftspark sowie einer im Bau befindlichen Wohnsiedlung.

Der Landesumriss und die Flussläufe bilden die zentrale Wegeführung, die Flächen sind entsprechend ihrer geologischen Zugehörigkeit mit Rohblöcken / Platten der jeweiligen Gesteine belegt. Es wurden ausschließlich Gesteine aus rheinland-pfälzischen Vorkommen zur Ausführung verwandt. Die Gesteinsblöcke wurden im Kiesbett / Sandbett verlegt. Die Fugen wurden mit einem Splitt neutraler Farbe verfüllt. Eine Vermörtelung von Fugen wurde nur in Randbereichen vorgenommen. Die Lage wichtiger Städte in Rheinland-Pfalz und die Position der Liefersteinbrüche ist mit Messingschildern, die an den entsprechenden Gesteinsblöcken angebracht wurden, gekennzeichnet. Die gesamte Karte kann begangen, die Höhenstufen können als zwanglose Sitzgelegenheit genutzt werden.

Zwei Infotafeln dienen der Erläuterung der Geokarte und der kurzen Beschreibung der Gesteine sowie dem Hinweis auf die beteiligten Partner sowie die Rohstoff­unternehmen, die durch Sponsoring zur Kostensenkung beigetragen haben.

Die Entwurfsplanung einschließlich dem Bau eines maßstabsgerechten Modells oblag dem Landesamt für Geologie und Bergbau. Die Ausführungsplanung übernahm das Ingenieurbüro Ernst + Partner aus Trier. Als Träger der Maßnahme konnte die Universität Trier, Fachbereich Geologie, gewonnen werden. Wesentliche finanzielle Beiträge kamen von der Stadt Trier und vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz. Eine private Stiftung spendete einen namhaften betrag und die an der Bauausführung und als Lieferanten beteiligten Firmen gewährten teilweise beträchtliche Preisnachlässe.

Die begehbare geologische Karte von Rheinland-Pfalz wird in das touristische Konzept der Stadt Trier integriert, dient der Grundausbildung von Geographiestudenten und der gezielten Information von Besuchergruppen, nicht zuletzt aus den Schulen des engeren und weiteren Umfeldes. Das Projekt wird ergänzt durch einen Naturerlebnispfad mit weiteren georelevanten Stationen.

------ Links: ------

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Copyright TU Berlin 2008