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Netzwerk Steine in der Stadt: Ausgangspunkt - Konzept - Ziel

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Netzwerk Steine in der Stadt: Ausgangspunkt - Konzept - Ziel

, Institut für Angewandte Geowissenschaften, Technische Universität Berlin, Sekr. EB 10, Ernst-Reuter-Platz 1, 10587 Berlin.

Die vor einem Jahr gestartete Initiative, in einem Netzwerk das Potenzial der Steine in der Stadt zu erheben und zu nutzen, stieß auf erhebliches Interesse. Bisher haben 60 Teilnehmer/ Interessierte den Weg ins Netzwerk gefunden - fachlich überwiegen noch die Geowissenschaften, aber Fachleute aus dem Gesteins-Sektor, aus Denkmalspflege bis hin zum Tourismus stoßen dazu. Davon sind rund 40 zur Arbeitstagung in Berlin angemeldet; diese brauchen sich wechselseitig bezüglich Reiz und Potenzial des Themas nicht zu überzeugen: Wir wissen um die Möglichkeiten; eine Reihe von uns (und andere!) nutzen sie sehr aktiv vor Ort, andere möchten sie nutzen.

Wie zuvor ist festzuhalten, dass seitens der Initiatoren keinerlei Anspruch auf Originalität erhoben wird: Die Beiträge zu unserer Bibliografie zeigen sehr deutlich, dass es immer wieder Kollegen gegeben hat, die ihre Stadt mit „petrografischen Augen“ betrachtet haben. Als Beispiele nenne ich hier nur: Burre in Berlin, Weil in Gießen, Grimm mit seiner Arbeitsgruppe in München und Fürst im Raum Bamberg. Wer heute in diesem Themen-Bereich tätig wird, kann viele Kenntnisse von den Altvorderen übernehmen und weitergeben….bisweilen müssen sie halt ausgegraben werden; dabei kann ein Netzwerk helfen.

In Berlin haben wir vor etwa 10 Jahren den Ball aufgenommen angeregt u.a. durch Helms und Schlegel. Seit dem arbeiten wir an Bestandaufnahme, Darstellung und Öffentlichkeitsarbeit durch Vorträge und Führungen sowie an der Publikation eines Führers, z.Zt. an dessen Neuauflage. Dabei spielt die Wechselbeziehung mit Bauherren / Eignern / Betreibern / Nutzern der Gebäude eine wichtige Rolle, aber auch mit Architekten, mit den Steinmetzen sowie mit Denkmalspflegern und Restauratoren. Einerseits wäre ohne sie eine Bestandsaufnahme und auch das Zeigen der Schätzen unmöglich, anderseits ist mittlerweile erwiesen, dass die Fachkenntnisse zurück fließen und wesentlich zum Erhalt der Substanz beitragen können. Betont werden muss auch der Beitrag aus dem Bereich der Steinbruchbetreiber und ihrer Mitarbeiter sowie der Steinhändler: Manches Stein-Rätsel konnte nur dank ihrer praktischen Erfahrung gelöst werden.

Mit zunehmender Beschäftigung weiten sich die Dimensionen des Kontextes: Der Geowissenschaftler beginnt natürlich erstmal mit der regionalen Geologie und der Lagerstättenkunde - übrigens bestimmt in Berlin das weitgehende Fehlen von geeigneten Gesteinen in unmittelbarer Nähe die Vielfalt der vorzufindenden Steinsorten. Die nächste Dimension ist die Verbindung zu den mit Gewinnung, Verwendung und Erhaltung befassten Berufsgruppen und Fachdisziplinen sowie der Entwicklung ihrer Techniken. Ein wesentliches Element ist die Stadtgeschichte mit Katastrophen und Höhepunkten, mit Größenwahn und tatsächlicher Bedeutungszu- oder -abnahme - alles Faktoren, die auch in größeren bis sehr viel kleineren Orten eine Rolle spielen. Oft ging/geht es ja nicht nur um große Herrscher, sondern um kleine Bürger oder Bürgermeister, Kaufleute, Vereine und Vereinigungen aller Art, die sich präsentieren wollten - zu Lebzeiten in Gebäuden, danach in Denk- oder Grabmälern. Und weiter geht es mit Geschichte der Transportmöglichkeiten der Handelsschranken und der Wirtschaftsförderung etc.: Viele Dimensionen!

Kaum etwas von dem bisher Gesagten ist in seiner Art auf Berlin beschränkt - und deshalb ist unser viel-dimensionales Thema überall einsetzbar - von Senftenberg bis Hüsten, von Eckernförde bis Tübingen. Eben deshalb lohnt sich ein Netzwerk: Ansätze und Methoden, Kenntnisse und Quellen, Darstellungen und Aussagen können gemeinsam genutzt werden. Wir zielen auf Wirkung innerhalb des Netzwerkes, auf wechselseitigen Austausch, aber auch auf die Wirkung nach außen, z.B. in die wissenschaftlichen Gesellschaften hinein (s.GeoBerlin2006) wie auch in die Gesellschaft insgesamt, die Steine als Zeugen der Geschichte, als Kulturgut begreifen sollte. Beim Einzelnen vom Schüler bis zum Rentner gilt es, das bewusste Wahrnehmen der Umgebung zu fördern, das Verstehen der naturwissenschaftlichen wie auch historischen Zusammenhänge zu stärken und die Freude am Entdecken zu wecken, zu stärken oder zu orientieren

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