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Tübinger Steine erzählen Stadtgeschichte - geodidaktische Vermittlungsmethoden im städtischen Raum als Beitrag zur Umweltbildung und zur touristischen Profilierung

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Tübinger Steine erzählen Stadtgeschichte - geodidaktische Vermittlungsmethoden im städtischen Raum als Beitrag zur Umweltbildung und zur touristischen Profilierung

, Geographisches Institut der Universität Tübingen, Hölderlinstraße 12, 72074 Tübingen.

 

Geowissenschaftliche Sachverhalte erscheinen einer breiten Öffentlichkeit häufig als eine eher trockene und hochkomplexe Thematik für Fachwissenschaftler. Neben der unbestreitbaren Faszination v.a. spektakulärer geologischer Vorgänge, ist die Vermittlung geowissenschaftlicher Kenntnisse vor dem Hintergrund zunehmender Umweltbeeinträchtigungen von hoher Bedeutung. Aufgabe einer adäquaten Geodidaktik muss es daher sein, Vermittlungsmethoden zu entwickeln, die das Interesse eines fachlich nicht vorgebildeten Publikums wecken und einen erfolgreichen Transfer geowissenschaftlicher Inhalte in die Öffentlichkeit gewährleisten.

In einer historischen Altstadt, wie sie Tübingen aufweist, können nicht nur verschiedene Pha-sen der Stadtentwicklung, sondern auch unterschiedliche Eigenschaften regionaler Baustoffe anhand von städtischen Gebäuden aufgezeigt werden. Im Mittelalter sowie in der frühen Neuzeit spielten die Transportkosten noch eine entscheidende Rolle, so dass Baustoffe aus der Umgebung verwendet wurden. Im Fall von Tübingen waren dies in erster Linie die verschie-denen Sandsteine des Keupers. Für repräsentative Bauten wurde jedoch auch schon früher auf prestigeträchtigere Gesteine, wie z.B. Granit, zurückgegriffen.

"Sprechende" Namen, wie Schilfstandstein, Knollenmergel oder Stubensandstein ermöglichen Rückschlüsse auf die Eigenschaften der jeweiligen Gesteine.

Entscheidend für eine erfolgreiche Vermittlung an ein Freizeitpublikum ist die Anwendung von Kriterien, die aus dem methodisch-didaktischen Ansatz der Landschaftsinterpretation abgeleitet wurden:

  • Interesse wecken und aufrecht erhalten
  • Zusammenhänge und Charakteristika herausarbeiten
  • Zielgruppenorientierung
  • Konkreter lokaler Bezug anstelle von Allgemeinplätzen
  • Bezug zur Lebenswelt des Besuchers
  • Themenorientierung, d.h. Einpassung der vermittelten Informationen

    in einen Roten Faden, der sich durch die gesamte Führung zieht

Der Tagungsbeitrag zeigt die konkrete Umsetzung einer geodidaktisch konzipierten Führung anhand des Tübinger Angebotes "Steine erzählen Stadtgeschichte" auf. Eingeordnet werden die Ausführungen in die aktuellen Diskussion zur Erforderlichkeit und Effizienz informeller Umweltbildungsangebote sowie die zunehmende Bedeutung geotouristischer Angebote im Rahmen der Profilierung touristischer Destinationen.

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