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Das neue Sächsische Natursteinkataster

Gunther Aselmeyer*, Hilke Domsch**, Wolfgang Reimer* &, Heiner Siedel***
*Bauhaus-Universität Weimar, Professur Grundbau, Coudraystr. 11C, 99432 Weimar
** Geokompetenzzentrum Freiberg e.V., Burgstr. 19, 09599 Freiberg
Internet: www.gkz-ev.de [1], E-mail: office@gkz-ev.de [2], Tel.: 03731-773714
*** Technische Universität Dresden, Inst. f. Geotechnik, George-Bähr-Str. 1, 01069 Dresden

Die Geologie Sachsens hat das Land nicht nur im Bereich der Spat- und Erzvorkommen begünstigt, sondern über einen Zeitraum von mehr als 800 Millionen Jahren auch eine Vielzahl über die Landesgrenzen hinaus bekannter Natursteine erschaffen. Der sächsische Marmor, der Rochlitzer Porphyrtuff oder der Zöblitzer Serpentinit führen uns in die Schatzkammern zahlreicher kultureller Stätten des Freistaates, wie die Schloß- und Kirchenbauten aber auch anspruchsvollen Fassadengestaltungen von Bürgerhäusern und Industriebauten zeigen. Nosseni, Pöppelmann oder die zum Teil selbst als Eigentümer agierenden Regenten und Berghauptmänner erkannten schon früh den (gewinnbringenden Nutzen) der einheimischen Werksteine. Die Industrialisierung und das immer dichtere Eisenbahnnetz erschlossen schließlich auch die Massenrohstoffe entfernterer Landesteile. Der Lausitzer Granit oder der Elbsandstein waren Grundlage einer blühenden Branche, die Städte wie Landschaften prägte.

Im Zeichen der Globalisierung stehen diese Vorkommen im weltweiten Wettbewerb; und es ist zweifelhaft, ob bei der bestehenden Vergabepraxis und eines mangelnden Kenntnisstandes um den einheimischen Rohstoff jemals wieder eine Blütezeit erhofft werden darf. Die fortschreitende Landesplanung überprägt Vorkommen, eine „globale“ Identität verhindert ein Bekenntnis zu einheimischen Ressourcen häufig schon aus Unkenntnis über das vorhandene Potenzial. Für die wenigen noch in Abbau bestehenden Betriebe bedeutet das schwierige Zeiten, für uns als Bürger, Bauherren und Stifter eine Verarmung an kultureller Vielfalt und Anspruch.

Vor diesem Hintergrund hat der Geokompetenzzentrum Freiberg e.V. im Ergebnis eines jüngst abgeschlossenen Sächsischen Rohstoffkatasters den Projektentwurf eines Natursteinkatasters für Sachsen mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Landesinnung des Steinmetz- und Bildhauerhandwerkes Sachsen abgestimmt. Ziel ist die Erfassung sämtlicher in Abbau stehender und vorgehaltener Natursteinvorkommen mit ihren petrophysikalischen und petrographischen Kennwerten, Handelsnamen, Alter, Verwendung, Referenzobjekten und Verwitterungsverhalten. Hinzu kommen Bezugsadressen und Literaturquellen. Das Sächsische Natursteinkataster berücksichtigt hierbei vor allem jene notwendigen Daten über einheimische Materialien, welche für viele Fragen der Denkmalerhaltung unabdingbar sind.

Die in den Jahren nach der Wiedervereinigung zahlreichen und umfangreichen Projekte zur Instandsetzung und Erhaltung historischer Monumente haben deutlich gezeigt, dass eine gezielte und fachgerechte Behandlung der in solchen Bauten häufig verwendeten Natursteinmaterialien meist einen Schlüssel zur nachhaltigen Konservierung und Restaurierung ganzer Gebäude darstellt. Insofern besteht bei den an solchen Erhaltungsmaßnahmen beteiligten mittelständischen Restaurierungsbetrieben wie auch bei Planungsbüros, freiberuflichen Restauratoren sowie Fachbehörden ein großer Bedarf an übersichtlich und praxisrelevant aufgearbeiteten Kenntnissen und Daten über einheimische Natursteine, die bisher in dieser Darstellung nicht verfügbar sind.

Von Seiten des Landesamtes für Denkmalpflege und der Innung werden die Bestrebungen, den im Bereich der Denkmalpflege und Neubau tätigen Unternehmen, Personen und Einrichtungen ein illustriertes, praktisch handhabbares Kataster der baurelevanten sächsischen Natursteine zur Verfügung zu stellen, unterstützt. Man ist davon überzeugt, dass die Qualität der Ausführungsarbeiten ebenso gesteigert werden kann, wie die einer angemessenen Fachplanung. Weiterhin wird damit der aus denkmalpflegerisch-fachlicher Sicht in vielen Fällen gewünschte Einsatz der originalen historischen oder zumindest adäquaten einheimischen Natursteine unterstützt und gefördert, indem Verfügbarkeit und mögliche Lieferanten bekannter gemacht werden.

Der Vortrag beleuchtet in einem kleinen Exkurs das Natur- und Werksteinpotenzial des Freistaates Sachsen und geht AAAStiSt 4 Tagungsunterlagen Korr. 19.04.09auf den dem Projekt zugrundeliegenden Handlungsbedarf ein. An einem Exzerpt werden erste Eindrücke des geplanten Katasters vermittelt. Die Autorengemeinschaft steht stellvertretend für ein Projektteam des Geokompetenzzentrum Freiberg e.V., das im Schnittfeld geotechnischer, geologischer und geomontanistischer Aktivitäten des Vereins arbeitet.

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