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Die Gesteine des Magdeburger Domes

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Die Gesteine des Magdeburger Domes

Angela Ehling* & Jörg Bowitz**
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Dienstbereich Berlin, Wilhelmstr. 25-30, 13593 Berlin
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Art und Herkunft der Gesteine am Magdeburger Dom stand lange Zeit nicht im Mittelpunkt des Interesses. Erst in den letzten Jahren in Zusammenhang mit entsprechenden Anforderungen von Seiten der Denkmalpflege insbesondere im Vorfeld des 800-jährigen Dom-Jubiläums 2009 und in Zusammenhang mit den Untersuchungen der Sandsteine in Sachsen-Anhalt rückte diese Thematik mehr in den Vordergrund.

Für den Bau und die Restaurierung des Magdeburger Doms sind nach bisheriger Kenntnis 13 verschiedene Sandstein-Arten aus 10 Abbauregionen Deutschlands sowie 2 regionale Kalksteinarten verwendet worden. Diese lassen sich im Wesentlichen verschiedenen Bauphasen zuordnen. In der Erbauungszeit sind es 7 Gesteine: der Bernburger Buntsandstein, der über die Saale und Elbe nach Magdeburg transportiert werden konnte, im Bruchsteinmauerwerk finden sich auch der Gommern-Quarzit und die anstehende Magdeburger Grauwacke, dazu kommen einzelne Partien mit Muschelkalk aus Sülldorf (heute südlicher Stadtrand von Magdeburg) und ab ca. 1350 dominierte der Rhät-Sandstein aus dem Allertal (in Seehausen hießen die Steinbrüche Domkuhlen), dazu kommen einzelne Bauteile aus Subherzynem Kreide-Sandstein aus dem nördlichen Harzvorland und Bodenplatten aus Flechtinger Bausandstein. Bei den beiden letztgenannten ist eine zeitliche Zuordnung noch nicht ganz klar.

In einer ersten großen Restaurierungsphase Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zum großflächigen Austausch und Einsatz von Elbsandsteinen  Postelwitzer und Cottaer Sandstein. Bei der Restaurierung 1927-1930 soll Warthauer Sandstein aus Schlesien verwendet worden sein (bisher noch nicht nachgewiesen am Bauwerk). Bei Restaurierungen nach 1945 kam wohl vornehmlich Reinhardtsdorfer Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge zum Einsatz, möglicherweise auch Subherzyner Kreide-Sandstein zur Beseitigung der Kriegsschäden in den ersten Jahren direkt nach dem Krieg.

Im Außenbereich, in der unmittelbaren Umrandung des Bauwerkes liegen Platten und Bordsteine aus Bernburger Rogenstein, z. T. mit wunderbaren Trockenrissen.

In den letzten 10 Jahren wurde die Sandstein-Vielfalt erweitert durch die Verendung von Rotem und Grauem Wesersandstein sowie Obernkirchener Sandstein als Bodenplatten im Westbau und vor dem Nordeingang.

Die Gesteine werden mit ihren Vorkommen und Eigenschaften sowie ihrer Lage am Bau und einer vermuteten zeitlichen Zuordnung vorgestellt.

Das Inventar des Domes ist bisher nur sporadisch erfasst und untersucht, hat noch viele andere Natursteine – u. a. Spolien aus dem Mittelmeerraum - und viele ungelöste Rätsel zu bieten. Einige davon werden kurz präsentiert.

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