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GIS –basierte Aufnahme und Kartierung von "Steinen in der Stadt" am Beispiel von Straubing, Niederbayern

Dominik Kiechl * & Gerhard Lehrberger **
* Lehrstuhl für Ingenieurgeologie, Technische Universität München (TUM).
** Lehrstuhl für Ingenieurgeologie, Technische Universität München (TUM).

Zusammenfassung
In der Stadt Straubing wurde erstmals eine auf GIS-Technik basierende Erfassung der „Steine in der Stadt“ durchgeführt. Dadurch stehen einerseits ein Katalog, eine Karte, aber auch umfassende Recherche- und Auswertemöglichkeiten zur Verfügung.

Der Grundgedanke
Natursteinobjekte in Städten sind neben ihren Materialeigenschaften vor allem durch ihren räumlichen Bezug gekennzeichnet. Somit sind sie in idealer Weise mit einem GIS darzustellen. Die Realisierung einer Naturstein-Kartierung mittels GIS wurde erstmals in Straubing realisiert, weil dort eine sehr gute Kenntnis der Natursteine vorliegt und andererseits seitens der Stadt eine GIS-Offensive gestartet wurde. Die Möglichkeiten der GIS-Lösung umfassen nicht nur die Kartierung der Naturwerksteine an Gebäuden, Denkmälern und Straßenpflastern, sondern sie ermöglicht es auch, Informationen sowohl der Stadtverwaltung, geowissenschaftlichen und geotechnischen Fachleuten, Restauratoren, Kunst- und Stadthistorikern sowie allen Bürgern schnell und einfach zur Verfügung zu stellen. Das GIS basiert auf einem Datenbanksystem und verfügt über viele Darstellungs- und Abfragefunktionen, die nach kurzer Einweisung einfach zu bedienen sind.

Die Datenaufnahme

Die Aufnahme der Daten erfolgte durch Studenten des Lehrstuhls für Ingenieurgeologie der TU München unter der Anleitung des Zweitautors. Es wurde dabei eine Bestandsaufnahme der in Straubing verbauten Naturwerksteine durchgeführt, die sich zunächst auf den Bereich der Innenstadt innerhalb des ehemaligen Stadtgrabens beschränkte. In diesem Rahmen wurden Fassaden, Pflaster, Denkmäler und ausgewählte Kirchen aufgenommen. Außerdem wurde der außerhalb in der sog. Altstadt gelegene St. Peters-Friedhof in das System integriert. Zur Identifizierung der verbauten Naturwerksteine kamen nur zerstörungsfreie Methoden in Frage. Als Hilfsmittel standen daher lediglich die Lupe, eine Wasserspritzflasche, 10%ige Salzsäure und die Digitalkamera zur Verfügung. Aufgrund der so gewonnenen Erkenntnisse wurde die Gesteinsbestimmung in Anlehnung an die einschlägige Literatur vorgenommen.

Die Ausführung

Anschließend an die Kartierung wurden die erfassten Fakten und weitere interessante Daten mit ESRI ArcGIS Version 9.2 verarbeitet und für die Ankoppelung an das GIS der Stadt Straubing vorbereitet. In dieses System mit seinem digitalen zweidimensionalen Stadtplan wurden weitere Ebenen wie Luftbilder von 1945 und 2006 und eine geologische Karte der Umgebung von Straubing integriert. Außerdem wurden im Rahmen einer „steinernen Bestandsaufnahme“ Daten und teilweise auch Photos der in der Stadt verbauten Naturwerksteine in die Datenbank eingefügt. Es handelt sich bei den erfassten Objekten um Fassaden, Pflaster, Teile des Friedhofs sowie den Innenraum der Basilika St. Jakob.

Die Typisierung von an Gebäuden verbauten Natursteinen

Daneben wurde eine eigene Typisierung der an den Gebäuden verbauten Naturwerksteine entwickelt und in die Datenbank eingearbeitet. Diese Typisierung unterscheidet zwischen Innenraum und Außenraum, sowie über den Anteil und die Bedeutung der verbauten Naturwerksteine am Gebäude. Außerdem ist verzeichnet, welche Art der ObAAAStiSt 4 Tagungsunterlagen Korr. 19.04.09erflächenbearbeitung durch den Steinmetz erfolgte. Die Unterteilung in diese Kategorien vereinfacht das Erstellen gezielter Abfragen im GIS.

Die Abfragefunktion
Die Abfragefunktion ermöglicht es, bestimmte Bauteile, Gesteinsarten, Typisierungen oder nur ein bestimmtes Objekt zu selektieren. Ebenso lassen sich kombinierte Analysen nach mehreren Kriterien durchführen. Zusätzlich zu den genannten Kriterien lässt sich die Abfrage auch räumlich eingrenzen.

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